Wie funktioniert Deutsch? (Erklärungen): Imperativ (B1)

Der Imperativ wird benutzt, um Befehle, Anweisungen, Bitten, Vorschläge und Warnungen auszudrücken.

 

Ein Imperativsatz endet oft mit einem Ausrufezeichen.

 

Jedes deutsche Verb hat verschiedene Imperativformen:

 

  1. 1. für die Anrede mit  "Sie"

  2. 2. für die Anrede mit  "du"

  3. 3. für die Anrede mit "ihr"

  4. 4. für die Anrede einer Gruppe, zu der man selbst gehört

 

Bildung der verschiedenen Formen:

 

1. für die Anrede mit  "Sie": Infinitiv des Verbs + "Sie", z.B.

Trinken Sie!

Trinken Sie mehr Wasser!

Essen Sie!

 

Essen Sie weniger Schokolade!

 

Lesen Sie!

 

Lesen Sie die Texte!

 

 

Beachten Sie: Der Imperativ von "sein" ist unregelmäßig:

 

Seien Sie pünktlich!

 

2. für die Anrede mit  "du": die Verbform in der 2. Person Singular im Präsens ohne die Endung -st (bzw. -t) und ohne das "du", z.B.

 

trinken -> du trinkst: Trink die Milch!

 

mache ->  du  machst: Mach deine Hausaufgaben!

 

gehen ->  du  gehst: Geh ins Bett!

 

lesen -> du  liest: Lies den Text!

 

nehmen ->  du  nimmst: Nimm den Schlüssel mit!

 

essen -> du  isst: Iss mehr Obst!

 

finden ->  du  findest: Finde den Schlüssel!

 

arbeiten ->  du  arbeitest: Arbeite nicht so hart!

 

atmen ->  du  atmest: Atme langsamer!

 

öffnen -> du  öffnest: Öffne die Tür!

 

vergessen ->  du  vergisst: Vergiss nicht deine Hausaufgaben!

 

Beachten Sie (I): Verben, deren Stamm von "a" zu "ä" wechselt, haben keinen Umlaut in der Imperativform, z.B.

 

schlafen -> du schläfst: Schlaf nicht ein!

 

laufen -> du läufst: Lauf nicht so schnel!

 

 

Beachten Sie (II): Es gibt eine Reihe von Sonderformen, z.B.

 

entschuldigen ->  Entschuldige bitte mein Aussehen!

 

haben ->  Hab keine Angst!

 

werden -> Werd nicht böse!

 

sein ->  Sei pünktlich!

 

Beachten Sie (III): Vor allem in der Schriftsprache findet man auch oft Imperativformen, an die noch ein "e" gehängt wurde, z.B.

 

spielen ->  Spiele nicht im Garten!

 

verzeihen ->  Verzeihe mir!

 

Bei einem Vokalwechsel von "e" zu "i" oder "ie" im Präsens (z.B. essen -> Iss!) kann man die Endung "e" nicht verwenden.

 

 

3. für die Anrede mit "ihr":  Verbform in der 2. Person Plural im Präsens ohne "ihr", z.B.

trinken -> ihr trinkt: Trinkt die Milch!

machen -> ihr macht: Macht eure Hausaufgaben!

gehen -> ihr geht: Geht ins Bett!

lesen -> ihr lest: Lest den Text!

nehmen -> ihr nehmt: Nehmt den Schlüssel mit!

essen -> ihr esst: Esst mehr Obst!

sein -> ihr seid: Seid pünktlich!

 

4. für die Anrede einer Gruppe, zu der man selbst gehört: Verbform in der 1. Person Plural im Präsens plus  "wir". z.B.

gehen -> wir gehen: Gehen wir schwimmen!

bleiben -> wir bleiben: Bleiben wir hier!

anfangen -> wir fangen an: Fangen wir an!

 

Denken Sie daran:

 

ein Imperativ mit "bitte" ist immer höflicher, z.B.

Gehen Sie bitte!

Arbeitet bitte schneller!

Räum bitte dein Zimmer auf!

 

Bei trennbaren Verben im Imperativ geht das Präfix ans Ende, z.B.

fernsehen  -> Sehen Sie nicht so viel fern!

aufstehen  -> Stehen Sie morgens früher auf!

zumachen -> Macht das Fenster zu!

anrufen  -> Ruf mich bitte nicht mehr an!