Wie funktioniert Deutsch? (Erklärungen): Richtlinien für das Genus der Nomen (A2)

 

Deutsche Nomen haben ein grammatikalisches Geschlecht. Sie sind maskulin, feminin oder neutral.

 

In Wörterbüchern verwendet man normalerweise die Abkürzungen "m" für maskulin, "f" für feminin und "n" für neutral.

 

Es gibt oft keinen Grund dafür, warum ein Nomen maskulin, feminin oder neutral ist, deshalb muss man das Genus zusammen mit dem Nomen lernen. 

 

Die Endung oder die Bedeutung des Nomen können aber in manchen Fällen dabei helfen, das Genus zu bestimmen.

 

Es ist daher nützlich, diese Richtlinien zu lernen, auch wenn es immer wieder ein paar Ausnahmen gibt.

 

Einige nützliche Richtlinien:

Die folgenden Nomen sind in der Regel maskulin:

  • alle männliche Personen, z.B. der Mann, der Journalist, der Chef, der Doktor, der Spion, der Kunde, der Ire, der Brite, der Australier

  • alle Jahreszeiten, z.B. der Sommer, der Winter, der Herbst

  • alle Monate, z.B. der Januar, der Februar, der März

  • alle Wochentage, z.B. der Montag, der Dienstag, der Mittwoch

  • alle Automarken, z.B. der VW, der Mini, der Audi, der Tesla

  • Wettererscheinungen, z.B. der Hagel, der Schnee, der Sturm, der Orkan, der Regen, der Wind

    • aber: das Wetter, das Gewitter usw.

  • fast alle alkoholischen Getränke, z.B. der Wein, der Rum, der Gin, der Sekt

    • aber: das Bier & die verschiedenen Biersorten, z.B. das Pils, das Weizen, das Export

    • aber: die Bloody Mary
  • Nomen bestehend aus dem Stamm eines Infinitives + -er, z.B. drucken: druck+er -> der Drucker; der Fotokopierer, der Fernseher, der Staubsauger, der Trockner

  • Nomen mit der Endung -or, z.B. der Motor, der Faktor, der Generator

    • aber: das Tor, das Labor usw.

  • Nomen mit der Endung -us, z.B. der Kapitalismus, der Sozialismus, der Protektionismus, der Zirkus

  • Nomen mit der Endung -en, z.B. der Hafen, der Garten, der Morgen, der Norden 

    • aber: das Examen, das Becken, das Zeichen usw.

    • aber: Nomen bestehend aus Infinitiven, z.B. essen -> das Essen, wissen -> das Wissen, treffen -> das Treffen etc.

  • Nomen mit der Endung -el, z.B.  der Wandel, der Handel, der Spiegel, der Kessel, der Wechsel, der Würfel

    • aber: die Gabel, das Kabel, das Siegel etc.

    • aber: Brüche, z.B. das Fünftel, das Sechstel

  • Nomen mit der Endung -ling, z.B. der Liebling, der Flüchtling, der Lehrling

  • Nomen bestehend aus dem Stamm eines Infinitivs, z.B. planen: plan -> der Plan; der Ruf, der Sitz, der Verkauf, der Dank, der Tausch, der Gewinn, der Tanz

    • aber: das Spiel etc.

  • Namen von Bergen, z.B. der Vesuv, der Brocken, der Montblanc, der Mount Everest

    • aber: die  Zugspitze etc.

 

 

Die folgenden Nomen sind in der Regel feminin:

  • fast alle weiblichen Personen, z.B. die Frau, die Mutter, die Studentin

    • aber: das Mädchen, das Fräulein

  • Nomen mit der Endung -anz, z.B.  die Toleranz, die Arroganz

  • Nomen mit der Endung -e, z.B. die Miete, die Rose, die Bluse, die Vase, die Suppe, die Jacke, die Brille, die Schule, die Tasse

    • aber:

      • der Name, der Käse, das Auge, das Interesse, das Ende, das Finale, das College etc.

      • alle männlichen Personen und Tiere: der Junge, der Ire, der Löwe, der Hase etc.

      • Nomen mit der ersten Silbe Ge-:  das Gemüse, das Gemälde etc.

  • Nomen mit der Endung -ei, z.B. die Polizei, die Metzgerei, die Bäckerei

  • Nomen mit der Endung -enz, z.B. die Konferenz, die Kompetenz, die Intelligenz

  • Nomen mit der Endung -heit, z.B.  die Gesundheit, die Schönheit

  • Nomen mit der Endung -ie, z.B. die Biologie, die Chemie, die Galerie, die Harmonie

    • aber: das Selfie

  • Nomen mit der Endung -ik, z.B. die Musik, die Informatik, die Mathematik, die Technik

    • aber: der Pazifik, der Atlantik etc.

  • Nomen mit der Endung -in, z.B. die Lehrerin, die Journalistin, die Studentin

  • Nomen mit der Endung -ion, z.B. die Information, die Tradition, die Kombination, die Aktion, die Situation

    • aber: das Stadion etc.

  • Nomen mit der Endung -keit, z.B.  die Arbeitslosigkeit, die Möglichkeit, die Sauberkeit

  • Nomen mit der Endung -schaft, z.B.  die Wirtschaft, die Mannschaft, die Landschaft

  • Nomen mit der Endung -tät, z.B. die Universität, die Qualität

  • Nomen mit der Endung -ung, z.B. die Meinung, die Zeitung, die Bedeutung, die Prüfung

  • Nomen mit der Endung -ur, z.B.  die Figur, die Temperatur, die Agentur

    • aber: das Abitur etc.

  • Namen von Motorrädern, Flugzeugen und Schiffen, z.B. die Harley Davidson, die Boeing 747, die Titanic

 

 

 

Die folgenden Nomen sind in der Regel neutral:

  • Nomen mit der Erndun -o, z.B. das Kino, das Auto, das Foto, das Motto, das Büro, das Video, das Konto

    • aber: der Euro, die Mango, die Avocado, der Dynamo etc.

  • Nomen mit der Endung -chen, z.B. das Mädchen, das Brötchen, das Märchen, das Kaninchen

    • aber: der Kuchen

  • Nomen mit der Endung -lein, z.B.  das Fräulein, das Tischlein

  • Nomen bestehend aus Infinitiven, z.B. wissen -> das Wissen; das Treffen, das Essen, das Fernsehen

  • Nomen mit der ersten Silbe Ge- und der Endung -e, z.B. das Gemüse, das Gemälde, das Gebäude, das Gebirge

  • Nomen mit der Endung  -ment, z.B. das Argument, das Experiment, das Parlament, das Engagement, das Dokument

  • Brüche, z.B. das Viertel, das Fünftel, das Sechstel

  • Metalle, z.B. das Gold, das Silber, das Eisen, das Kupfer

    • aber: die Bronze, der Stahl etc.

 

 

 

Laut Duden sind 46% der deutschen Nomen feminin, 34% sind maskulin und 20% sind neutral.

 

 

Zusammengesetzte Nomen

Das Genus eines zusammengesetzten Nomens hat das gleiche Genus wie das letzte Nomen im zusammengesetzten Wort, z.B.

die Kϋche + der Schrank -> der Kϋchenschrank

der Regen + die Jacke -> die Regenjacke

der Mittag + das Essen -> das Mittagessen