Erklärungen: Die 4 Fälle: Übersicht  (A2)

Im Deutschen gibt es 4 Fälle:

den Nominativ

den Akkusativ

den Dativ

den Genitiv

Sie bestimmen die grammatikalische Rolle der Nomen und ihrer Begleitwörter (Artikelwörter und Adjektive) und Pronomen in einem Satz. Je nach Rolle haben die Artikelwörter und Adjektive vor den Nomen bestimmte Endungen, die Pronomen bestimmte Formen oder die Nomen selbst eine bestimmte Endung, z.B.

 

Der kleine Garten liegt hinter dem Haus. [der kleine Garten = Subjekt des Satzes -> Nominativ]

Er liebt den kleinen Garten. [den kleinen Garten = direktes Objekt des Satzes -> Akkusativ]

Er verbringt viel Zeit in dem kleinen Garten. [in dem kleinen Garten = Umstandsbestimmung des Ortes -> Dativ wegen der Präposition "in"]

Irgendwann erzähle ich dir die Geschichte des kleinen Gartens. [des kleinen Gartens -> Genitivobjekt]

 

Seine Brüder sind noch sehr klein. [seine Brüder = Subjekt des Satzes]

Er spielt oft mit seinen Brüdern. [mit seinen Brüdern = Umstandsbestimmung der Art und Weise -> Dativ wegen der Präposition "mit"

 

Er ist mein Freund. [er = Subjekt des Satzes -> Nominativ]

Ich treffe ihn morgen Abend. [ihn = direktes Objekt des Satzes -> Akkusativ]

 

Man gebraucht den Nominativ

 

für das Subjekt eines Satzes, z.B.

Mein Bruder arbeitet bei Greenpeace.

Die Firma macht bankrott.

Der kleine Vogel ist aus dem Nest gefallen.

 

außerdem: Die Verben sein, bleiben, scheinen und werden schaffen eine Verbindung zwischen dem Subjekt (Nominativ) und einem anderen Nomen im Nominativ.

Der Mann ist mein früherer Chef.  
Subjekt (Nominativ) Verb

(Infinitiv: sein)

Nominativ  

In diesem Satz gibt es also zwei Nominative.

 

weitere Beispiele:

Der Mann bleibt mein Chef.

Der Mann scheint mein Chef zu sein.

Er wird bestimmt mein neuer Chef.

 

 

 

Den Akkusativ gebraucht man

 

für das direkte Objekt eines Satzes, z.B.

Ich habe keinen Laptop

Sie trifft heute Abend einen wichtigen Kunden.

 

um die Bedeutung von "es gibt" zu vervollständigen, z.B.

 

                        Es gibt keinen guten Grund fϋr diese Entscheidung.

                        Gibt es eine Kinderkrippe in eurer Nähe?

 

nach den Präpositionen mit dem Akkusativ, z.B.  

Sie geht nie ohne ihren Laptop in eine Vorlesung.

Ich habe den Wein für unseren Pfӧrtner gekauft.

[In diesem Satz braucht man den Akkusativ zweimal, einmal für das direkte Objekt (den Wein) und einmal nach der Präposition "für" (unseren Pförtner).]

 

nach den Akkusativ/Dativ-Präpositionen (wie zum Beispiel "in", "unter" oder "auf"), wenn man "Wohin?" fragen kann, z.B.  

Wir sind in den Keller gegangen.

Er ist unter die Brücke gelaufen.

Er hat den Schlüssel auf den Schreibtisch gelegt.

[In diesem Satz braucht man den Akkusativ zweimal, einmal für das direkte Objekt (den Schlüssel) und einmal nach der Präposition "auf" (den Schreibtisch).]

 

für definitive Zeitangaben ohne eine Präposition, z.B.  

jeden Tag

nächste Woche

letztes Wochenende

 

für Grüße und gute Wünsche, z.B.  

Guten Abend.

Gute Reise!

Schönes Wochenende!

Frohe Ostern!

 

für Maßangaben, z.B.  

Das Brett ist einen Meter lang.

Das Kind ist erst einen Monat alt.

Sie lief gestern einen Kilometer in drei Minuten.

 

 

 

Den Dativ gebraucht man
für das indirekte Objekt, z.B.  

Sie gibt ihrem Großvater kein Geburtstagsgeschenk.

Ich habe ihm eine E-Mail geschickt.

 

nach Präpositionen mit dem Dativ, z.B.  

Sie spricht mit ihrer Chefin.

Die Fotos habe ich von meiner Tante bekommen.

 

nach den Akkusativ/Dativ-Präpositionen (wie zum Beispiel "in", "auf", "neben" oder "vor"), wenn man "Wo?" oder "Wann?" fragen kann, z.B.    

Wir haben das Jubiläum in seinem Garten gefeiert.

Die Ferien beginnen in einer Woche.

Der Schlüssel liegt auf dem Tisch.

Ich treffe ihn an dem Dienstag nach Halloween.

 

bestimmte Verben erfordern kein Akkusativobjekt, sondern ein Dativobjekt, z.B.

danken: Ich mӧchte Ihnen danken.

passen: Montagmorgen passt mir nicht. // Das Kleid passt ihr gut.

leidtun: Es tut uns leid.

gehen (wenn man nach dem Befinden fragt): Wie geht es dir? - Mir geht es gut.

 

glauben: dieses Verb erfordert ein Dativobjekt, wenn es um Menschen geht, sonst braucht man ein Akkusativobjekt, z.B.

Sie glauben dem Politiker nicht.

Ich glaube das nicht.

 

mit einer Reihe von Adjektiven, z.B.

dankbar: Er ist ihr dankbar.

behilflich: Kӧnnen Sie mir behilflich sein?

           

 

Den Genitiv braucht man

um Besitzverhältnisse oder Zugehörigkeiten auszudrücken, z.B.  

WIr haben die Firma meiner Großeltern verkauft.

Das Dach des Hauses brannte.

Die Zahl der Hitzetage hat zugenommen.

 

Eigennamen bekommen ein -s ohne ein Apostroph, z.B.

Julias Fahrrad ist rot.

Wolfgangs Augen sind braun.

Anmerkung: Wenn der Name auf -s, -ß, -z oder -tz endet, hängt man ein Apostroph an den Namen. Im gesprochenen Deutsch benutzt man dann oft "von" + Dativ, z.B.

Markus' Garten ist sehr groß. / Der Garten von Markus ist sehr groß.

Wenn Nomen Verwandtschaftsverhältnisse ausdrücken, und wenn man sie statt eines Namens gebraucht, bekommen sie auch ein -s ohne

ein Apostroph, z.B.

Vaters Bohrmaschine ist kaputt.                                                                 

Mutters Apfelkuchen schmeckt fantastisch.

 

nach Präpositionen mit dem Genitiv, z.B.  

 

Die Zahl der Übernachtungen ist trotz des Regenwetters gestiegen.

Während  des Sommers hat es kaum geregnet.

Wegen der Wirtschaftskrise gingen viele Firmen bankrott.

 

für unbestimmte Zeitangaben, z.B.

eines Tages

eines Morgens

eines Abends

eines Nachts (Anmerkung: das ist eine ungewöhnliche Form, denn "Nacht" ist ein feminines Nomen)

 

in den folgenden Ausdrücken

ich bin der Meinung / ich bin anderer Meinung / ich bin der gleichen Meinung

ich bin guter Laune / ich bin schlechter Laune 

 

Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv

- des bestimmten Artikels [z.B. der, die, den]

- des unbestimmten Artikels [z.B. ein, eine, einen]

- der Negativform von "ein" [z.B. kein, keinen, keinen]

 - den Possessivartikeln "mein" und "dein" (als Beispiele für alle anderen  Possessivartikel)

 

 
maskulin Singular 
 
feminin Singular 
 
neutral Singular 
 
maskulin, feminin &

neutral Plural 

Nominativ

der

ein

kein

mein, dein ...

Bruder
 

die

eine

keine

meine, deine ...

Tasche
 

das

ein

kein

mein, dein ...

Foto
 

die

*

keine

meine, deine ...

Brüder

Taschen

Fotos

 

Accusativ

den

einen

keinen

meinen, deinen ...

Bruder
 

die

eine

keine

meine, deine ...

Tasche
 

das

ein

kein

mein, dein ...

Foto
 

die

*

keine

meine, deine ...

Brüder

Taschen

Fotos

 

Dativ

dem

einem

keinem

meinem, deinem ...

Bruder
 

der

einer

keiner

meiner, deiner ...

Tasche
 

dem

einem

keinem

meinem, deinem ...

Foto
 

den

*

keinen

meinen, deinen ...

Brüdern**

Taschen

Fotos

 

Genitiv

des

eines

keines

meines, deines ...

Bruders
 

der

einer

keiner

meiner, deiner ...

Tasche
 

des

eines

keines

meines, deines ...

Fotos
 

der

*

keiner

meiner, deiner ...

Brüder

Taschen

Fotos

 

 

* Der unbestimmte Artikel ein hat keine Pluralform.

** Wenn die Pluralform von einem Nomen nicht auf  -n oder -s endet, muss man ein -n an die Pluralform im Dativ hängen.

 

Klicken Sie hier, um die Personalpronomen im Nominativ, im Akkusativ und im Dativ zu sehen.

 

Klicken Sie hier, um die Adjektivendungen im Nominativ, im Akkusativ, im Dativ und im Genitiv zu sehen.