Sie sehen keine Werbeanzeige eines Reisebüros oder einer Zentrale für Tourismus, sondern ein satirisches Plakat des Grafikers, Rechsanwalts und Aktivisten Klaus Staeck  mit dem er auf die erheblichen Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt und das Klima aufmerksam machen will.

 

Eine Interpretation des Plakats: Die Malediven sind ein im Indischen Ozean gelegener Inselstaat, der aus mehreren Atollen mit über 1000 Inseln besteht. Allerdings sind diese Inseln dabei, im Meer zu versinken (daher der Titel des Plakats: Land unter). So werden nach einer Schätzung aus dem Jahr 2023 bis zum Jahr 2050 achtzig Prozent der Malediven aufgrund des gestiegenen Meerespiegels nicht mehr bewohnbar sein.1)

 

Deutsche Touristen sind jahrelang auf die Malediven geflogen, nachdem ihnen ein Urlaub in Spanien zu langweilig geworden war und sie etwas Exotischeres wollten. Dadurch haben sie zum Klimawandel beigetragen, der für das Ansteigen des Meeresspiegels verantwortlich ist. Den Touristen ist allerdings egal, was mit dem Malediven geschieht (= Was gehen uns die Malediven an?). Sie werden einfach wieder nach Spanien fahren, wenn die Malediven untergegangen sind. (Die Partikel "eben"  drückt aus, dass die Touristen das so hinnehmen, weil sie es sowieso nicht mehr ändern können.)

 

Das Plakat stammt aus dem Jahr 1995. Es ist ein Beweis dafür, dass bereits damals klar war, wozu der menschengemachte Klimawandel führen würde. Klaus Staeck machte die Umweltzerstörung schon in den siebziger Jahren zum Thema seiner Kunst.

 

Anmerkung: Inzwischen ist es fraglich, wie lange die Touristen noch nach Spanien fahren werden, da Teile des Landes inzwischen unter Dürre, Wasserarmut und Extremtemperaturen leiden, die auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen sind.2)

 

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie weitere Plakate

von Klaus Staeck sehen möchten.

 

1) Frankfurter Rundschau: 15.6.2023 Urlaubsparadies muss neue Inseln bauen

2) Tagesschau: 2.4.2024: Wasserknappheit im Nordosten Spaniens durch Extremtemperaturen und Dürre

 

Foto mit freundlicher Genehmigung von Rolf Staeck